escape

moment 0600


"Vielleicht träume ich ja jetzt verlassen zu werden und vielleicht träumst du jetzt zu gehen." sage ich, während ich mir meine Augen an der Decke müde schaue. Du stehst am Fenster, musterst das Holz mit den Fingerspitzen und ich spüre, wie du langsam deinen Blick von mir wendest "..und wenn der Wecker klingelt, am Morgen um 06:00 Uhr, hast du dir meine Nähe abgewöhnt." sagst du leise und ich schaue dich an. Du traust dich nicht mich anzusehen, wahrscheinlich aus Angst, mich zu verletzen. Und je länger ich dich betrachte, desto mehr weckst du in mir die Wut, die ich seit Stunden in den Schlaf zu wiegen versuchte."Manchmal, da möchte ich einfach von dir davon laufen, nur um zu sehen, ob du mir folgst. Mich einholst und an meinen Armen zerrst, um mich in deine zu schließen. Mich zu halten und zu sagen, dass du nicht ohne mich bist. Nicht kannst, nicht willst.." doch du bleibst stumm, als hättest du nicht gemerkt, wie sehr ich mich vor dir auf die knie werfe und wie lächerlich du mich mit deinem Schweigen machst. Ich setze mich auf und.. "..und am Morgen um 06:00 Uhr, während du uns aufknöpfst, um uns von dir abzulegen, habe ich gelernt, ohne dich meine Türen zu schliessen."
18.8.13 16:59


atemlos.

… Ich höre mir unseren Tag auf Kassette an, der Walkman ist alt und mit Zeit bestäubt. Du öffnest mir die Beifahrertür und ziehst mich zu dir raus. Bafuß balancier ich langsam über den kühlen Asphalt und du stehst hinter mir, legst deine Hände an meine Hüfte, um mir das Gleichgewicht zu sein. ♥
11.8.13 04:21


nordpolimherzen

„Ich will wissen, wo dein Norden ist.“ Flüsterst du mir leise ins Ohr, während wir einfach nur da liegen, die Decke quer über unsere Beine. Ich greife nach deiner Hand und zeichne dir mit Fingerkuppen einen Kompass auf das linke Handgelenk. „Da, wo mein Herz am Lautesten pocht.“ Sage ich leicht überhörbar, lege meine Hand hinter deinem Kopf und drücke ihn an meine Brust. Und du hörst es schlagen, mein Herz. So laut, dass es den prasselnden Regen, auf unseren Lippen übertönt. Du schaust mich an. Deine Blicke schreiben mir verblasste Sätze in die Augen: Schau mir in die Worte, bevor ich ziellos verschwinde. Und ich will dich halten, doch du hast deine Koffer schon lange vor uns gepackt. Noch betäubt von dem Gedanken, greife neben mich. Dein Platz neben mir, er ist leer und kalt. Du bist mein Norden – schon immer gewesen.
6.8.13 04:20


nachtfilm.

Das Kerzenlicht warf mir seine Konturen an die Wand, ich zog sie mit meinen Blicken nach, zeichnete sie mir in die Netzhaut und schloß die Augen. Er saß da, neben mir, am Bettrand – malte mir Klaviertasten auf das linke Bein; seine Fingerspitzen streiften meine Haut und er fing an zu spielen. Ich kenne das Stück nicht, sagte ich leise. Das Fenster spiegelte uns – es war mir die Kinoleinwand in Nachtzimmerkulissen, dachte ich mir an seinen Wimpern, während mir das Morgenflimmern die Worte von den Lippen brach. Ich hatte ihn nie danach gefragt und dennoch brachte er mir Vermissen bei.
4.8.13 04:09


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